

Die Haferpflanze (lat. Avena sativa) ist eine robuste Getreideart, die gemäßigtes Klima bevorzugt und nur geringe Ansprüche an den Boden stellt. Die Hauptanbaugebiete sind Nord- und Mitteleuropa, sowie Russland und Nordamerika. In Deutschland wird Hafer hauptsächlich in den Mittelgebirgen, im Alpenvorland und in Küstenregionen angebaut.
*Die Daten über die Erntemengen umfassen zu weiten Teilen auch Hafer, der nicht für die Nahrungsmittelherstellung geeignet ist, sowie Futterhafer und andere Sommergetreidearten. Eine separate Ernteerfassung ist nicht flächendeckend gewährleistet.
Rang | Land | Menge (in Tsd. t) |
|---|---|---|
1 | Polen* | 1.457 |
2 | Finnland | 1.068 |
3 | Deutschland | 746 |
4 | Schweden | 744 |
5 | Spanien* | 670 |
6 | Vereinigtes Königreich | 662 |
Sein gut entwickeltes Wurzelwerk schließt leicht Nährstoffe aus dem Boden auf. Es wächst so tief und ist so weit verzweigt, dass es sogar an die Nährstoffe gelangt, die von Vorfrüchten zurückgelassen wurden. Hafer wird als "Pionierpflanze" bezeichnet, denn er wächst sogar auf ungünstigen Bodenstrukturen wie gerodetem Waldboden oder entsumpften Böden. Hafer ist sehr widerstandsfähig und kann sinnvoll in der Fruchtfolge eingesetzt werden. Da sich viele Getreideschädlinge in Hafer kaum vermehren können, ist er weitgehend resistent gegenüber den meisten Pflanzenkrankheiten.
Auf den Feldern ist die Haferpflanze sehr gut von anderen Getreidesorten zu unterscheiden. Hafer besitzt keine Ähren mit langen Grannen, wie zum Beispiel Gerste, sondern Rispen. Diese Rispen, die das Korn umschließen, haben eine glockenähnliche Form und neigen sich im Laufe der Wachstumsphase leicht nach unten. Hafer wird einjährig angebaut und wächst 60 bis 150 cm hoch. Die einzelnen Körner sind von den sogenannten Spelzen umhüllt. Die Spelzen sind mit dem Korn verwachsen und werden nach der Ernte im August/September in einem speziellen Verfahren entspelzt.
Bereits vor 4 000 Jahren bauten Kelten und Germanen Hafer an, wie Ausgrabungen aus Schweizer Pfahlbauten der Bronzezeit nachweisen. In Mittel- und Osteuropa war Hafer bis zur Einführung der Kartoffel eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel und kam als Haferbrei nahezu täglich auf den Tisch. Auch die Heilwirkungen des Hafers wurden früh geschätzt. So empfahl die heilkundige Äbtissin Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert Haferspeisen für "einen heiteren Geist, reinen und hellen Verstand" und darüber hinaus "bei Schwächezuständen und als Diätetikum bei Ernährungsstörungen".

Rund 300.000 Tonnen Rohhafer verarbeiten die Schälmühlen im Getreidenährmittelverband pro Jahr zu Nahrungsmitteln â ein Wachstum von 55 % im Zeitraum 1999 bis 2009.
Hafer erfüllt zahlreiche Erwartungen der deutschen Verbraucher im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung: pflanzliches Erzeugnis, nährstoffreiches Vollkornlebensmittel und eine regionale Verarbeitung.
Sortimentserweiterungen durch neue innovative Haferprodukte.
Denn 240.000 Tonnen Rohhafer wurden 2008/2009 nach Deutschland eingeführt. Für die Schälmühlen steht deutscher Rohhafer zurzeit nicht in ausreichender Menge und geeigneter Verarbeitungsqualität zur Verfügung.
Die Haferpflanze ist widerstandsfähig und erbringt mit Sorgfalt und den richtigen Anbautechniken gute Erträge.
Hafer ist eine ideale Pflanze für nachhaltige Fruchtfolgen: Untersuchungen belegen Ertragssteigerungen bei Folgefrüchten mit Hafer als Vorfrucht.
- Investition in eine mehrjährige Kampagne zur Förderung von Absatz und Image
- Initiierung des Forums Haferanbau für eine positive Entwicklung des Anbaus von Hafer in Deutschland.
In manchen Bundesländern wird auf der genannten Fläche neben Hafer auch Sommermenggetreide angebaut. Hier liegt von Seiten der Statistik keine Differenzierung vor. Beim Hafer handelt es sich zum Teil um Futterhafer sowie um Hafer, der nicht für die Nahrungsmittelherstellung geeignet ist.
Bundesland | Anbaufläche Getreide gesamt in ha | Anbaufläche Hafer in ha | Anteil der Länder an der gesamten Haferanbaufläche in Deutschland |
|---|---|---|---|
Baden-Württemberg | 446.200 | 23.200 | 15,9 % |
Bayern | 1.040.600 | 30.600 | 21,0 % |
Brandenburg | 487.100 | 13.700 | 9,4 % |
Hessen | 286.800 | 13.200 | 9,1 % |
Mecklenburg- Vorpommern | 591.200 | 7.500 | 5,2 % |
Niedersachsen | 778.800 | 13.100 | 9,0 % |
Nordrhein-Westfalen | 506.200 | 11.400 | 7,8 % |
Rheinland-Pfalz | 227.700 | 5.600 | 3,8 % |
Saarland | 22.000 | 1.700 | 1,2 % |
Sachsen | 369.300 | 9.400 | 6,5 % |
Sachsen-Anhalt | 553.500 | 4.400 | 3,0 % |
Schleswig-Holstein | 330.500 | 7.100 | 4,9 % |
Thüringen | 362.100 | 4.500 | 3,1 % |
Berlin / Bremen / Hamburg | nd | nd | nd |
Gesamt | 6.005.900 | 145.600 | 100,00 % |