

Hafer hat eine regulierende und beruhigende Wirkung auf Verdauungsorgane und hilft Kindern und Erwachsenen bei Bauchschmerzen und sensiblem Magen-Darm-Trakt. Der Haferbrei, der beim Kochen von Kleinblatthaferflocken entsteht, schützt die Darmwand vor äußeren Reizen und beruhigt den empfindlichen Magen. Die Schleimhaut kann sich in Ruhe regenerieren. Außerdem nehmen die unverdaulichen Ballaststoffe im Magen-Darmtrakt Schadstoffe, überschüssige Gallensäure oder schädliche Bakterien auf und sorgen für deren Ausscheidung.
Anwendung: Haferflocken mit Wasser aufkochen und ausreichend lang quellen lassen, eine Prise Salz gleicht den Mineralstoffverlust zum Beispiel bei Durchfall aus, bei Bedarf ein wenig Zucker. Drei Teller am Tag.
Tipp: Haferbrei immer frisch zubereiten, da die Schleimstoffe durch ein hafereigenes Enzym abgebaut werden.
Die löslichen Ballaststoffe des Hafers sorgen für die Ausscheidung von Gallensäuren. Da für die Bildung neuer Gallensäuren Cholesterin notwendig ist, gelangt weniger Cholesterin ins Blut und der Cholesterinspiegel wird positiv beeinflusst.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat in einem wissenschaftlichen Gutachten bestätigt, dass zwischen dem Verzehr von Beta-Glucan aus Hafer und der Reduzierung der Cholesterin-Konzentration im Blut eine Ursache-Wirkung-Beziehung besteht.
Seit Dezember 2011 dürfen Lebensmittel, die Beta-Glucan aus Hafer enthalten, unter bestimmten Bedingungen mit der Aussage "Hafer-Beta-Glucan verringert nachweislich den Cholesteringehalt im Blut" ausgelobt werden.
Besonders viele lösliche Ballaststoffe sind in Haferkleie enthalten. Sie besteht aus den Kornrandschichten und dem Keim und enthält im Vergleich zu anderen Getreideprodukten eine sehr hohe Konzentration der wichtigen Ballaststoffe.
Anwendung: Eine halbe Tasse Haferkleie pro Tag im Müsli, im Haferbrei oder auch als Zutat im selbstgebackenen Brot.
Hafererzeugnisse haben im Vergleich zu anderen Lebensmitteln mit vergleichbar hohem Kohlenhydratgehalt einen geringeren glykämischen Index. Das bedeutet, dass der Blutzuckergehalt nach der Zufuhr von Kohlenhydraten langsam und weniger stark ansteigt. Dafür verantwortlich sind die komplexen langkettigen Kohlenhydrate und die Ballaststoffe, die den Nahrungsbrei in Magen und Darm zähflüssiger machen und so die Magenentleerung und die Aufnahme des von den Kohlenhydraten abgespaltenen Zuckers (Glucose) verzögern. Aufgrund des geringeren Blutzuckerspiegels wird auch weniger Insulin für den Transport der Glucose in die Zellen ausgeschüttet, dies ist für den Fettabbau förderlich.
Anwendung: Schon eine Portion Hafer zum Frühstück im Müsli oder als Haferbrei kann den Blutzuckerspiegel am Vormittag auf einem gesunden Niveau halten.
In der Servicesendung "Visite" des NDR am Dienstag, 30. November 2010 um 20.15 Uhr wurde eingehend die sogenannte "Haferdiät bei Diabetikern" behandelt.
Sowohl wissenschaftliche Studien als auch die praktische Erfahrung von Medizinern und Diabetes-Beratern mit Diabetes-Patienten zeigen Anwendungserfolge mit einer Haferkur.
„Ärzte am Herz- und Gefäßzentrum (HGZ) in Bad Bevensen behandeln damit Patienten mit Typ-2-Diabetes, um ihren Insulinbedarf zu senken. … Dass diese einfache Therapie jetzt neue Anhänger findet, ist einer Studie der Universität Heidelberg zu verdanken. Sie wies nach, dass eine zweitägige Haferkur eine Halbierung der Insulindosis erlaubt und der positive Effekt über vier Wochen anhält. … Ziel ist es, ihren Insulinbedarf zu senken. "Denn Insulin sorgt nicht nur dafür, dass Zucker in die Zellen aufgenommen wird, sondern auch gleichzeitig für eine effektivere Fettresorption aus dem Darm", so Remppis. … "… Diese drei Portionen Haferbrei am Tag führen dazu, dass das Insulin im Körper wesentlich besser wirkt“, sagt der Kardiologe.“ … (Hamburger Abendblatt, www.abendblatt.de, 3.9.2010)
Kurz erläutert bewirken die Ballaststoffe und die Nährstoffzusammensetzung der Haferflocken, dass der Blutzuckerspiegel nach der Nahrungsaufnahme nur wenig und sehr gleichmäßig ansteigt. Dadurch wird weniger Insulin für den Transport der Zuckerbausteine vom Blut in die Zellen benötigt. Hafer kann auch die Wirkung des Insulins verbessern, die so genannte Insulinsensitivität. Daher hat die Anwendung der Hafertage den Langzeiteffekt, dass über ca. vier Wochen insgesamt weniger Insulin benötigt wird.
Die Kost für diese Hafertage besteht im Wesentlichen aus 200 bis 250 Gramm Haferflocken pro Tag, die auf drei Mahlzeiten verteilt als Porridge mit Wasser oder Gemüsebrühe aufgekocht und mit einigen wenigen Früchten, Gemüsen oder Kräutern verfeinert werden.
Eine ernährungsmedizinische und diabetologische Beratung und Begleitung bei den Hafertagen ist vor allem bei der erstmaligen Durchführung unbedingt erforderlich! Jeder Organismus reagiert anders, einige Patienten können in Unterzuckerung geraten, andere leiden unter Unwohlsein und Abgeschlagenheit. Die zugeführten Insuline und andere eingenommene Medikamente sind zu berücksichtigen. Daher müssen Arzt/Ärztin und Diabetesberater/in genau beobachten, wie ein Patient reagiert, ob die Hafertage für ihn geeignet sind und wenn ja, in welcher Dosierung.
Verschiedene wissenschaftliche Studien belegen: Hafer ist eine wertvolle Quelle für Antioxidantien, denn er enthält sekundäre Pflanzenstoffe, die die schädliche Wirkung von freien Radikalen im Organismus unterbinden können.
Freie Radikale sind Sauerstoffverbindungen, die bei den zahlreichen Stoffwechselvorgängen im Körper sowie durch äußere Einflüsse, wie z. B. UV-Licht, entstehen. Freie Radikale haben sowohl positive Wirkungen, indem sie zum Beispiel Bakterien beseitigen, als auch negative Wirkungen, da sie Zellen und Immunsystem schädigen und Entzündungen und Krankheiten auslösen können.
Allgemein gelten zum Beispiel die in Obst und Gemüse enthaltenen Vitamine C und E als Antioxidantien. Aber auch im Getreide - und hier vor allem im Hafer - stecken verschiedene Verbindungen, die ebenfalls schützend wirken können.
Besonders hervorzuheben sind die sogenannten Avenanthramide, da sie ausschließlich in Hafer vorkommen. Avenanthramide gehören zur Gruppe der sogenannten „sekundären Pflanzenstoffe“. Sie haben eine antiatherogene Wirkung, das heißt sie besitzen die Fähigkeit, die Oxidation von Substanzen und somit schädigende Ablagerungen in den Blutgefäßen zu unterbinden. Damit können Avenanthramide zur Gesundheit der Gefäße und des Herz-Kreislauf-Systems beitragen. Darüber hinaus hemmen sie die Wirkung von entzündungsfördernden Substanzen im Körper.
Die sekundären Pflanzenstoffe befinden sich vor allem in den Randschichten des Getreidekorns. Damit sich die antioxidative Wirkung entfalten kann, müssen Vollkornprodukte, bei denen diese Randschichten erhalten bleiben, verzehrt werden. Hier ist Hafer ideal, denn Haferflocken sind immer aus dem vollen Korn.
Ferner verfügt der Körper über antioxidativ wirkende Enzyme, für deren Bildung die Spurenelemente Selen, Zink, Kupfer und Mangan zuständig sind. Auch hier kann Hafer unterstützen, denn eine 40-Gramm-Portion Haferflocken deckt den Tagesbedarf dieser Mineralstoffe wie folgt:
Mangan zu 90 Prozent,
Kupfer zu 21 Prozent,
Zink zu 17 Prozent
und Selen zu 7 Prozent.