Magen-Darm-Gesundheit

Hafer hat eine regulierende und aktivierende Wirkung auf die Verdauung sowie eine wohltuende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt. Auch hier sind die Ballaststoffe die Schlüsselsubstanzen. So bestätigt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in ihrer Leitlinie zur Kohlenhydratzufuhr, dass mit wahrscheinlicher Evidenz ein hoher Verzehr an Ballaststoffen in Getreidevollkornprodukten das Risiko für bösartige Darmtumore (maligne Tumore im Kolorektum) senkt.

Die löslichen Ballaststoffe werden im Dickdarm durch Bakterien abgebaut, die für die Darmflora und damit auch für das Immunsystem förderlich sind. Beim Abbau der Ballaststoffe entstehen kurzkettige Fettsäuren, die ebenfalls die Darmfunktion unterstützen. Das durch die wasserlöslichen Ballaststoffe gebildete zähflüssige Gel legt sich darüber hinaus auf die Darmschleimhaut und übt damit eine Schutzfunktion aus.

Die Bindungsfähigkeit der löslichen Ballaststoffe ermöglicht es auch, dass schädliche Substanzen in dem viskosen Gel gebunden und damit zügig ausgeschieden werden. Durch die beschleunigte Verdauung wird die negative Wirkung der Schadstoffe reduziert.

Hafer mit prebiotischem Effekt


In neuen wissenschaftlichen Studien wurden jetzt ein prebiotischer Effekt und ein besonders positiver Einfluss von Hafer auf die Mikrobiota, das heißt die Gesamtheit aller Darmbakterien, früher landläufig Darmflora genannt, festgestellt.
Bekannt ist, dass die Mikrobiota zum Erhalt des Darmimmunsystems beiträgt, bei der Abwehr von schädlichen und entzündungsauslösenden Substanzen hilft und die Verdauung unterstützt. Mit einer gesunden Mikrobiota können nicht nur schädliche Substanzen abgewehrt und das Risiko für zahlreiche Darmerkrankungen verringert werden, sondern es haben sich in Studien auch Einflüsse auf eine stabile psychische Verfassung gezeigt.


In einer Humanstudie aus dem Jahr 20161 zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der cholesterinsenkenden Wirkung des löslichen Ballaststoffs Hafer-Beta-Glucan und dem signifikant hohen Anstieg der Anzahl wichtiger Darmbakterien. Diese Steigerung der Bakterienmenge und die damit verbundene Stabilisierung der Mikrobiota stellen den prebiotischen Effekt von Hafer dar.


Diese Ergebnisse untermauern die Resultate einer Tierstudie von 20152. Darin hatte sich herausgestellt, dass eine Ernährung mit Hafervollkorn nicht nur den Cholesterinspiegel herabsetzt und die Insulinsensitivität erhöht, sondern dass sie auch die Zusammensetzung der Mikrobiota verbessert. Der Anteil besonders nützlicher Bakteriengruppen wurde im Gegensatz zu weniger effektiven Bakterien erhöht.

 

Die wesentliche physiologische Wirkung der unlöslichen Ballaststoffe liegt in der Verdauungsförderung. Unlösliche Ballaststoffe werden nicht durch die Bakterien im Dickdarm abgebaut. Sie erhöhen daher das Stuhlvolumen sehr stark, aktivieren damit die Darmbewegung und beschleunigen Darmpassage und Ausscheidung.