Anbau-Potenzial

Rund 350.000 Tonnen pro Jahr verarbeiten die Schälmühlen, die hinter der Initiative „Hafer Die Alleskörner“ stehen. Diese Menge ist allein zwischen 2008 und 2015 um 45 Prozent gewachsen und hat sich seit der Jahrtausendwende mehr als verdoppelt. Demgegenüber gehen Haferanbau und Erntemengen in Deutschland dramatisch zurück!

Seit dem Jahr 2000 hat sich die Haferernte in Deutschland halbiert und liegt in 2015 bei nur noch 570.000 Tonnen. Die inländische Nutzung von Hafer für Futtermittel ist dabei relativ konstant bei um 500.000 Tonnen oder mehr geblieben.

Die VDGS-Schälmühlen können folglich ihren wachsenden Bedarf nicht – ausschließlich – mit deutschem Hafer decken. Sie müssen Hafer – vor allem aus Skandinavien – einführen. Und das eben nicht nur wegen des für Nahrungsmittel gut geeigneten nordischen Hafers (mit guter Schälbarkeit und hohem Hektolitergewicht), sondern bereits allein wegen ihres Mengenbedarfs.

Der Trend zu Hafer in der Ernährung wird weiter zunehmen – da sind sich die Fachleute sicher. Die Ernährung wird im Gesundheitssystem einen immer höheren Stellenwert erhalten. Eine „gesunde Ernährung“ mit nährstoffreichen pflanzlichen Lebensmitteln sowie Vollkornprodukten wird von allen Akteuren in den Fokus gerückt.

Aufgrund dieses weiter wachsenden Potenzials setzen die deutschen Schälmühlen ihre Investitionen in Produkt- und Rezeptentwicklungen mit Hafer sowie in eine Kommunikationskampagne für Hafer – und das ohne öffentliche Fördergelder – fort. Zur Unterstützung des Haferanbaus in Deutschland sowie der Haferforschung führen die Schälmühlen Gespräche auf bundes- und länderpolitischer Ebene. Sie appellieren an die deutsche Landwirtschaft, der Getreideart Hafer wieder mehr Aufmerksamkeit und auch mehr Platz einzuräumen. Um gemeinsam für die Zukunft gestärkt zu sein, sind die Schälmühlen offen für Gespräche mit den Partnern aus Saatzucht, Landwirtschaft, Handel und Forschung.