Die Haferernte 2018

Die Getreideernte in Deutschland und zahlreichen anderen europäischen Ländern fällt im Jahr 2018 aufgrund der mehrmonatigen Trockenheit sehr schlecht aus. Auch der Hafer ist davon betroffen, wie die ersten Erntedaten aus den deutschen Bundesländern zeigen (s.u.).

Die Zahlen aus den anderen EU-Staaten liegen noch nicht vor, doch auch in angestammten „Haferländern“, wie Finnland und Schweden, wird es zu Einbußen kommen.

Neben der mengenmäßigen Unterversorgung sind auch die Qualitäten in vielen Fällen nicht gut, was vor allem für die Verarbeitung zu Lebensmitteln zu Schwierigkeiten führt. Die Hektolitergewichte erreichen die üblichen Werte nicht, die Haferkerne sind in ihrer Größe zu klein und die Kernanteile sind zu niedrig.

 

Die größten Haferproduzenten
der EU (2017)

*Die Daten über die Erntemengen umfassen zu weiten Teilen auch Hafer, der nicht für die Nahrungsmittelherstellung geeignet ist, sowie Futterhafer und andere Sommergetreidearten. Eine separate und differenzierte Ernteerfassung ist in der EU nicht flächendeckend gewährleistet.
(Quelle: Coceral)

Rang Land Menge (in Tsd. t)
1 Polen* 1.450
2 Finnland 972
3 Vereinigtes Königreich 928
4 Spanien* 874
5 Schweden 626
6 Deutschland

577

 

Haferanbauflächen in den Bundesländern (2018)


Aktuell 2018:


Einige Bundesländer haben aufgrund der ungünstigen Bedingungen zum Aussaattermin der Wintergetreide im Herbst 2017 die Anbauflächen für Sommergetreide, und so auch für Hafer, in diesem Jahr ausgeweitet: Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.

Aufgrund der schwierigen Witterungsbedingungen in der Wachstums- und Reifephase in diesem Jahr liegt die gesamte Haferernte trotz gestiegener Anbauflächen mit 550.000 bis 570.000 Tonnen insgesamt nur auf ähnlichem Niveau wie 2017. Signifikant höhere Erntemengen können lediglich Niedersachsen und Schleswig-Holstein verzeichnen.

Wie bereits erwähnt, sind die Einbußen auf qualitativer Ebene - besonders für die Lebensmittelherstellung - erheblich gravierender.

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In manchen Bundesländern wird auf der genannten Fläche neben Hafer auch Sommermenggetreide angebaut. Hier liegt von Seiten der Statistik keine Differenzierung vor. Bei dem Hafer handelt es sich zum Teil um Futterhafer sowie um Hafer, der nicht für die Nahrungsmittelherstellung geeignet ist.
(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Bundesland Anbaufläche
Getreide gesamt in ha
Anbaufläche
Hafer in ha
Anteil der Länder an der gesamten
Haferanbaufläche in Deutschland
Baden-Württemberg 409.300 17.300 12,3 %
Bayern 985.000 23.300 16,6 %
Brandenburg 481.600 15.800 11,3 %
Hessen 284.300 8.400 6,0 %
Mecklenburg- Vorpommern 550.900 10.000 7,1 %
Niedersachsen 765.400 15.700 11,2 %
Nordrhein-Westfalen 490.000 7.200 5,1 %
Rheinland-Pfalz 218.500 4.400 3,1 %
Saarland 19.100 1.500 1,1 %
Sachsen

366.000

10.400 7,4 %
Sachsen-Anhalt 520.200 5.800 4,1 %
Schleswig-Holstein 288.700 15.800 11,3 %
Thüringen 352.700 4.500 3,2 %
Berlin / Bremen / Hamburg 3.800 nd 0,1 %
Gesamt 5.735.600 140.400 100,0 %