Pflanze

Die Haferpflanze (lat. Avena sativa) ist eine robuste Getreideart, die gemäßigtes Klima bevorzugt und nur geringe Ansprüche an den Boden stellt. Die Hauptanbaugebiete sind Nord- und Mitteleuropa, sowie Russland und Nordamerika. In Deutschland wird Hafer hauptsächlich in den Mittelgebirgen, im Alpenvorland und in Küstenregionen angebaut.
Hafer wird in Deutschland als Sommergetreide angebaut, die Aussaat erfolgt meist in der zweiten März-Hälfte, die Ernte ist abhängig von der Witterung Mitte Juli bis Anfang August.

Auf den Feldern ist die Haferpflanze sehr gut von anderen GetreideArten zu unterscheiden. Hafer besitzt keine Ähren mit langen Grannen, wie zum Beispiel Gerste, sondern Rispen. Diese Rispen, die die Körner umschließen, haben eine glockenähnliche Form und neigen sich im Laufe der Wachstumsphase leicht nach unten. Hafer wird einjährig angebaut und wächst 60 bis 150 cm hoch. Die einzelnen Körner sind von einer Schale, der sogenannten Spelze, umhüllt. Die Spelze ist mit dem Korn verwachsen und wird nach der Ernte in einem speziellen Schälverfahren abgenommen. Das Haferkorn wird entspelzt.

Bereits vor 4 000 Jahren bauten Kelten und Germanen Hafer an, wie Ausgrabungen aus Schweizer Pfahlbauten der Bronzezeit nachweisen. In Mittel- und Osteuropa war Hafer bis zur Einführung der Kartoffel eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel und kam als Haferbrei nahezu täglich auf den Tisch. Auch die Heilwirkungen des Hafers wurden früh geschätzt. So empfahl die heilkundige Äbtissin Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert Haferspeisen für "einen heiteren Geist, reinen und hellen Verstand" und darüber hinaus "bei Schwächezuständen und als Diätetikum bei Ernährungsstörungen".