Hafer - Die Arzneipflanze des Jahres 2017

Ausgezeichnet von einem wissenschaftlichen Studienkreis der Universität Würzburg

Seit 1999 wird diese Auszeichnung vergeben, mit der die Bedeutung der Pflanzen in der Medizin und ihre pharmazeutische Nutzung betont werden sollen. „Das Einsatzspektrum des Saat-Hafers reicht von der Behandlung der Haut über Magen-Darm-Erkrankungen bis hin zur Vorbeugung etwa von Arteriosklerose und Diabetes mellitus Typ 2“, begründet Dr. Johannes Gottfried Mayer vom Studienkreis die diesjährige Auszeichnung.

Ein weiterer Faktor bei der Entscheidung war die Tatsache, dass „die Gebiete der Dermatologie und der Ernährung bislang noch nicht durch „Arzneipflanzen des Jahres“ abgedeckt wurden.“

Neben den Vitaminen und Mineralstoffen weisen die Wissenschaftler besonders auf den löslichen Ballaststoff Beta-Glucan hin. Das Hafer-Beta-Glucan unterscheidet sich vom Beta-Glucan in anderen Pflanzen und kommt in seiner spezifischen Struktur so nur im Hafer vor.

 

Herz-Kreislauf-Gesundheit

Hafer-Beta-Glucan hat vielfältige Wirkungen auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Es kann den Cholesterin-spiegel senken bzw. auf einem gesunden Niveau halten und es reguliert den Anstieg des Blutzuckerspiegels, so dass dieser weder im Zeitverlauf noch in der Ausprägung stark ausschlägt. Damit kann die Insulinausschüttung moderat ablaufen. Darüber hinaus erhöht Beta-Glucan die Sättigung, so dass eine stabile Leistungskurve erhalten bleibt und kein abruptes Hungergefühl eintritt. All diese Effekte unterstützen die Gesundheit der Blutgefäße und damit einen gesunden Blutdruck.

 

Magen-Darm-Gesundheit

Auch auf die Verdauungsorgane zeigt Hafer positive Effekte. Die löslichen Ballaststoffe üben eine Schutzfunktion aus, indem sie die Darmschleimhaut vor Reizen schützen. Die wesentliche physiologische Wirkung der unlöslichen Ballaststoffe liegt in der Verdauungsförderung. Eine Analyse wissenschaftlicher Studien hat nun gezeigt, dass einzelne Nährstoffe im Hafer zu einer intakten Mikrobiota, das heißt einer intakten Darmflora, beitragen und somit einen prebiotischen Effekt haben.

 

Gesundheit der Haut

Neben dem Haferkorn (avenae fructus), das natürlich in der Ernährung die wichtigste Rolle spielt, sind für die Würzburger Wissenschaftler das Haferstroh (avenae stramentum) sowie das Haferkraut (avenae herba) von pharmazeutischem Interesse. „Dekokte des Haferstrohs werden für Bäder verwendet, die bei Hautverletzungen und Juckreiz helfen sollen.“ Auch Extrakte des Haferkrauts werden zur äußerlichen Anwendung „bei trockener Haut und atopischer Dermatitis eingesetzt“.

 

Lektüre-Empfehlung

Einen lesenswerten Artikel von Dr. Mayer vom Studienkreis der Universität Würzburg finden Sie auf der Online-Seite der Deutschen Apotheker Zeitung, aus dem hier auch zitiert wurde:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/10/28/noch-viel-potenzial-bei-hautkrankheiten-und-zoeliakie