Abstracts zu Experten-Vorträgen

Nachstehend finden Sie Abstracts zu den Experten-Vorträgen, die auf Kongressen gehalten wurden. Durch Klicken auf die Jahreszahl gelangen Sie direkt zum Vortrag.

2013 - 2012 - 2011 - 2010

2013

Vortrag 1: Hafer bei Metabolischem Syndrom - Potenzial für Prävention
Referent: Prof. Dr. Hans Hauner, EKF-Zentrum für Ernährungsmedizin, TU München

Das metabolische Syndrom ist in Deutschland weit verbreitet, die Prävalenz liegt bei 20 bis 25 Prozent in der erwachsenen Bevölkerung. Ursachen sind genetische Vorbelastung und vor allem ein unausgewogener Lebensstil mit einseitiger ballaststoffarmer Ernährung und Bewegungsmangel. Die Erkrankung äußert sich in Übergewicht bzw. Adipositas, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und/oder Insulinresistenz. Für die Diagnose werden folgende Werte erhoben: Taillenumfang, Triglyzerid- und HDL-Cholesteringehalt im Blut, Blutdruck sowie der Nüchternblutzucker. Weichen drei der fünf Parameter von den Normalwerten für Gesunde ab, liegt ein metabolisches Syndrom vor. Dadurch wird das Risiko für Krankheiten wie Typ 2 Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt, bestimmte Krebsformen und Demenz erhöht.
In Abhängigkeit von der Ausprägung der einzelnen Komponenten sollte im ersten Schritt eine nicht-medikamentöse Behandlung erfolgen. Dabei wird vor allem auf den Lebensstil des Patienten eingewirkt durch Umstellung der Ernährung zu fettarmer, ballaststoffreicher Kost - auch mit dem Ziel der Gewichtsreduktion, durch Steigerung der körperlichen Aktivität sowie durch Abbau von Stressfaktoren.
Die Getreideart Hafer hat mit zehn Prozent einen hohen Ballaststoffgehalt, davon macht der lösliche Ballaststoff Beta-Glucan ca. 5 Prozent aus. Da Haferkleie vorrangig aus den nährstoff- und ballaststoffreichen Teilen des Korns - Aleuronschicht, Randschichten und Keimling - besteht, liegen dort Ballaststoff- und Beta-Glucan höher, bei zwölf bis 15 Prozent sowie acht Prozent (Beta-Glucan).
Verschiedene wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Verzehr von Hafer und insbesondere von Hafer-Beta-Glucan günstige Effekte auf die Komponenten des metabolischen Syndroms hat. In den Studien wurden den Probanden Haferprodukte und Beta-Glucan in unterschiedlicher Form und Menge gegeben. Festgestellt wurden eine Senkung des Cholesterinspiegels um bis zu 15 Prozent nach sechs Wochen, ein höherer Sättigungsgrad durch eine höhere Konzentration des Sättigungshormons PYY, abgeschwächte postprandiale Blutzuckeranstiege, niedrigere Insulinspiegel und damit verbunden eine Senkung der Insulinresistenz. In einer Studie nahmen adipöse Probandinnen ein Vollkornfrühstück mit unterschiedlich hohen Beta-Glucan-Anteilen zu sich. Es zeigte sich, dass sowohl Blutzucker- als auch Insulinspiegel umso niedriger ausfielen je höher der Beta-Glucan-Gehalt der Mahlzeit war.
Im Rahmen des Gewichtsmanagements kann die Beta-Glucan-Aufnahme in Form von Getränken interessant sein. In einer Studie wurden die Effekte von klassischem Weizenbrot und verschiedenen ballaststoffreichen Getränken, davon eines mit Hafer, verglichen. Die von den Probanden geäußerte subjektive Sättigung war beim Weizenbrot am höchsten. Darauf folgten die mit Haferballaststoffen und die mit Weizenkleie versehenen Getränke.

In einigen Studien lässt sich ein Trend hinsichtlich einer positiven Wirkung von Hafer-Beta-Glucan auf Gewichtsabnahme und Blutdruck erkennen. Signifikante Effekte können jedoch nicht zuverlässig abgeleitet werden, hierzu sind weitere Studien über längere Zeiträume und mit höherer Probandenzahl notwendig. Günstig auf den Blutdruck wirken der hohe Ballaststoff- bzw. Beta-Glucan-Gehalt und das hohe Kalium-Natrium-Verhältnis in Hafer (viel Kalium, wenig Natrium).

Vortrag 2: Hafer - natürlich! Ein Bericht aus der Praxis
Referentin: Cordula Wehlmann, Diabetesberaterin DDG, staatl. geprüfte Diätassistentin, Frankfurt (Oder)

Hafererzeugnisse sind ideale Bausteine in einer nährstoff- und ballaststoffbewussten Ernährung. Sie führen aber noch viel zu oft ein Schattendasein. Schade, denn kein anderes Getreide hat so viele heilsame Wirkungen. Bei der Diagnose "Insulinresistenz" sind sie, neben pharmakologischen Präparaten, der ideale Partner in der Behandlung.
Wie erleben Betroffene die einzelnen Stadien der Diagnose und Therapie? - Sie spüren bisweilen selbst, dass etwas nicht in Ordnung ist. Der ärztliche Routinecheck eines leicht mehrgewichtigen Menschen, bringt es dann ans Tageslicht. So werden die Patienten häufig mit folgenden Äußerungen des Arztes konfrontiert: "Sie sind zu klein für Ihr Gewicht! Sie müssen Ihre Essgewohnheiten umstellen! Der Blutdruck ist zu hoch! Die Blutzuckerwerte sind aber grenzwertig! Der Fettstoffwechsel ist auch nicht in Ordnung! Trinken Sie etwa Alkohol? Treiben Sie keinen Sport?"

Der Mensch steht ganz unvermittelt einem unüberwindbaren Berg von Aufgaben und Veränderungen gegenüber. In der Beratung kommt es nun darauf an, den Betroffenen – frei nach dem Satz von Picabia „Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.“ – zu ermuntern, mit ersten kleinen Schritten zu beginnen und über Ernährungs- und Lebensstil nachzudenken. Darüber hinaus kann die Befürchtung, dass nun täglich ausschließlich Haferflocken gegessen werden dürfen, durch die Empfehlung entkräftet werden, mit einem Haferflocken-Frühstück zu beginnen und kontinuierlich zu einer ausgewogenen Kost mit vielen frischen Produkten überzugehen. Dabei sollte vor allem auch auf die Vielfalt an Lebensmitteln, die aus Hafer hergestellt werden, hingewiesen werden:

  • Ganze Haferkerne
  • Hafergrütze (in kleine Stücke geschnittene Haferkerne)
  • Kernige Haferflocken
  • Zarte Haferflocken
  • Lösliche Haferflocken
  • Haferspeisekleie (in Grießform oder als lösliche Flocken)
  • Hafermehl
  • Hafercerealien

Hafer kann enthalten sein in:

  • nahezu jedem verzehrfertig gemischten Müsli,
  • vielen Cerealienprodukten, wie z. B. extrudierten Flakes oder gepufften Erzeugnissen,
  • vielen fertigen Müsliriegeln,
  • Haferkeksen,
  • Schoko-Getreide-Riegeln.

Haferprodukte können auf vielfältige Weise auch in einen Alltag integriert werden, der von Zeitmangel geprägt ist. Ein Haferflockenmüsli am Morgen ist schnell gemischt, auch zum Mittagessen ist das Müsli ab und zu einmal eine Lösung. Doch Haferflocken und Haferkleie sind auch in warmen Gerichten vielseitig einsetzbar. Rezeptanregungen sind hier zu finden: http://www.alleskoerner.de/rezepte.html.

Der Patient wird sich die Frage stellen, warum gerade Hafergetreide so förderlich für seine Gesundheit ist. Hier kann auf den Nährstoffreichtum von Hafer hingewiesen werden: pflanzliches Eiweiß, Vitamine (v. a. B1, K, Biotin, Folsäure), Mineralstoffe (v. a. Magnesium, Phosphor, Eisen und andere), sekundäre Pflanzenstoffe (Avenanthramide), 75 % hochwertige ungesättigte Fettsäuren, komplexe Kohlenhydrate und hoher Ballaststoffgehalt, v. a. 4,5 % Beta-Glucan. Die komplexe Kohlenhydratstruktur mit Polysacchariden lässt den Blutzuckerspiegel langsamer und zeitverzögert ansteigen und erhöht somit die Sättigung. Ein überaus erwünschter Effekt. Der lösliche Ballaststoff Beta-Glucan unterstützt dieses Resultat zusätzlich. Damit wird auch die Insulinausschüttung verringert. Das führt zur Minderung der vorhandenen Insulinresistenz und fördert die Fettverbrennung. Langfristig unterstützen diese Effekte die notwendige Gewichtsnormalisierung. Darüber hinaus trägt Beta-Glucan zur Senkung bzw. Harmonisierung des Cholesterinspiegels im Blut bei.

Ist beim Patienten eine erhebliche Insulinresistenz oder bereits ein Diabetes mellitus Typ 2 diagnostiziert worden, kann die Anwendung von Hafertagen sinnvoll sein. Bei dieser kurzzeitigen Therapie von 2 bis 3 Tagen wird versucht, durch eine stark haferbetonte Kost eine Senkung des Blutzucker- und Insulinspiegels zu erreichen. Die Anwendung muss engmaschig vom Arzt bzw. der Diabetesberaterin begleitet werden, da die Dosis der Insulinmedikamente entsprechend ausgerichtet werden muss. Fachkräfte können zu diesem Thema eine detaillierte Broschüre anfordern. http://www.alleskoerner.de/service-infomaterial.html#c693. Da die Hafertage eine intensive diätetische Therapie für den Patienten darstellen, sollte der Impuls zur Umsetzung vom Patienten selbst kommen. Berichte aus der Praxis bestätigen, dass Menschen nach einer erfolgreichen ersten Anwendung die Einschränkungen während der Hafertage positiv bewältigen und gern annehmen.

2012

Vortrag 1: Beta-Glucan im Hafer: anerkannt und doch verkannt?
Referentin: Sandra Wunderlich, Dipl.-Ernährungswissenschaftlerin, Berlin

Beta-Glucan ist die Schlüsselsubstanz der ernährungsphysiologischen Wirkungen des Hafers. Dieser lösliche Ballaststoff kommt im Haferkorn überwiegend in der äußeren Schicht des Mehlkörpers, der Subaleuronschicht, vor. Beta-Glucan macht knapp die Hälfte des Gesamtballastoffgehaltes im Hafer aus. 100 g Haferflocken enthalten etwa 4,5 g Beta-Glucan. Aufgrund des höheren Gesamtballaststoffanteils liegt der Beta-Glucan-Gehalt in Haferkleie mit 8,1 g pro 100 g höher.
Die chemisch-physikalischen Eigenschaften des Hafer-Beta-Glucans führen zu einer Reihe von physiologischen Wirkungen auf den Gastrointestinaltrakt sowie den Stoffwechsel. Im Vordergrund stehen positive Effekte auf den Cholesterin- sowie den Blutzuckerspiegel. Die Fähigkeit des Hafer-Beta-Glucans, Gallensäuren zu binden, führt zur Ausscheidung von Cholesterin, was zur Senkung des Gesamt- sowie LDL-Cholesterinspiegels führt. Hafer-Beta-Glucan bildet im Magen und Dünndarm eine zähflüssige Konsistenz, die eine verlangsamte Resorption der Nährstoffe aus der gelartigen Masse zur Folge hat. Dies führt zu einem weniger starken und zeitverzögerten Anstieg des postprandialen Blutglucosespiegels.
Weitere Wirkungen des Beta-Glucans haben positive Effekte auf die Verdauungsfunktion. Aus lebensmittelrechtlicher Sicht ist die positive Wirkung des Hafer-Beta-Glucans auf den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel anerkannt. Dies spiegelt sich insbesondere in drei gesundheitsbezogenen Angaben über Hafer-Beta-Glucan wider, die voraussichtlich zukünftig auf Lebensmittelpackungen zu finden sein werden. Die Verwendung solcher sogenannten Health Claims wird seit 2006 durch die EU-Verordnung über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel geregelt.


Vortrag 2: Hafer - Das Getreide für (fast) jede Lebenslage
Referentin: Cordula Wehlmann, Diabetesberaterin DDG, staatl. gepr. Diätassistentin, Frankfurt (Oder)

Hafer ist ein "€žAllround-Getreide"€œ, das in verschiedenen Lebensphasen und Lebenssituationen einen wertvollen Beitrag zur Ernährung und Gesundheitsförderung leistet. Die Auswahl an Hafererzeugnissen ist vielfältig und sie können geschmacklich abwechslungsreich im Alltag eingesetzt werden -€“ und das vom Säugling bis ins hohe Alter. Der Gehalt z. B. an Folsäure und Vitamin B1 sowie Eisen und Magnesium deckt die empfohlene Tageszufuhr in den verschiedenen Altersgruppen zu einem großen Anteil.
In der Schwangerschaft trägt Hafer dazu bei, dem erhöhten Bedarf an Nährstoffen der Frau zu entsprechen - für sie selbst und für das Kind. Vom Säuglings- bis ins Grundschulalter gilt es, das Kind mit wichtigen Nährstoffen für Wachstum, Knochenaufbau und die geistige Entwicklung zu versorgen und auch das Essverhalten zu prägen. Die optiMIX-zertifizierten Hafer-Mahlzeiten unterstützen eine balancierte Nährstoffzufuhr.
In Schule wie Beruf bietet Hafer Nahrung für die geistige Leistungsfähigkeit. Vor allem bei sitzenden Tätigkeiten entlasten Haferprodukte den Magen-Darm-Bereich. Im Sport spielt Hafer bei Ausdauersportarten den Vorteil seiner komplexen Kohlenhydrate und der ungesättigten Fettsäuren aus, die als wertvolle Energiequellen gespeichert werden.
In der Ernährung im Alter können Hafererzeugnisse als Vollkornprodukte die Ballaststoffzufuhr gewährleisten. Durch verschiedenste Darreichungsformen werden vorhandene Schwierigkeiten beim Kauen und in der Verdauung umgangen.
Neben den präventiven Aspekten kann Hafer auch bei bestimmten Krankheitsbildern, wie z. B. erhöhtem Cholesterinspiegel oder Insulinresistenz wohltuend wirken. Der Ballaststoff Beta-Glucan im Hafer senkt bei entsprechender Verzehrmenge den Cholesteringehalt im Blut. Studien und Erfahrungen in der Praxis zeigen, dass durch eine über zwei bis drei Tage eingenommene haferbetonte Diätkost die Insulinsensitivität erhöht werden kann.

2011

Vortrag: Hafer als stoffwechselregulierendes Lebensmittel in der Prävention des Metabolischen Syndroms und in der Behandlung von Diabetes mellitus Typ 2
Referentin: Cordula Wehlmann, Diabetesberaterin DDG, staatl. gepr. Diätassistentin, Frankfurt (Oder)

ܜber viele Jahrhunderte hinweg wurde Hafer in der täglichen Ernährung und zur Therapie von Zuckererkrankungen eingesetzt. Der deutsche Internist Carl von Noorden war einer der ersten Ąrzte, der sich mit Stoffwechselerkrankungen beschäftigte und vor allem die Diabetes-Krankheit erforschte. Er baute um 1895 in Frankfurt am Main eine Privatklinik für Zuckerkranke auf, die als erste Fachklinik für Diabetes mellitus in Europa gilt. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte er eine "€žHaferdiätkur"€œ, mit der der Blutzuckerspiegel bei Diabetikern gesenkt werden konnte.
Haferflocken sind natürliche und schonend verarbeitete Nahrungsmittel. Jeder Mensch, und vor allem auch jeder Diabetiker, reagiert jedoch sehr unterschiedlich auf Lebensmittel. Welche Nahrung ein gesunder Mensch, ein Diabetiker oder ein Mensch mit anderen Erkrankungen in welcher Menge verträgt und wie sein Blutzuckerspiegel sich dabei verhält, ist vom individuellen Organismus und Stoffwechsel abhängig. Arzt oder Diabetologe und Diätetik-Fachkraft müssen die Vergabe von Haferspeisen individuell auf den einzelnen Patienten anpassen.
Nachdem Hafer seit Mitte des 20. Jahrhunderts seltener verwendet wurde, werden zurzeit wieder verstärkt Hafertage, -diäten und -€“kuren durchgeführt. Diese Renaissance trägt der Erkenntnis Rechnung, dass ausgewogene Ernährung zur Vorbeugung von ernährungsmitbedingten Erkrankungen gehört und somit wichtiger Bestandteil eines bewussten Lebensstils ist. Hafer ist für Gesunde, aber auch für Menschen mit Herz-Kreislauf-Störungen, mit Bluthochdruck, Glucoseintoleranz und ܜbergewicht, ein Lebensmittel, das vor der Entwicklung eines Diabetes schützen und sich positiv auf den Fettstoffwechsel auswirken kann.

2010

Vortrag: It's Hafertime - Hafer zwischen Alltag und Sport
Referentin: Ursula Girreßer, Dipl. oec. troph., esg - Institut für Ernährung (Olympiastützpunkt Rhein-Ruhr), Essen

Neben der alltäglichen Ernährung kann Hafer auch vielfältig in der Sporternährung eingesetzt werden. Eine angepasste Ernährung kann das Training unterstützen, für ein höheres Leistungspotential sorgen und optimierte Regenerationszeiten des Sportlers bewirken. In Abhängigkeit von der Sportart und der Intensität können die Empfehlungen der Hauptnährstoffe variieren.
Im leistungsorientierten Ausdauersport stellt die ausreichende Kohlenhydrataufnahme die größte Schwierigkeit dar. Hafer ist hier mit einem Kohlenhydratanteil von ca. 60 % eine sehr gute Unterstützung, um die Empfehlung von 5 - 10 g Kohlenhydrate / kg Körpergewicht am Tag zu erreichen. Der Eiweißbedarf von Ausdauersportlern liegt bei 1,6 g / kg Körpergewicht am Tag. Die restlichen 30 -€“ 35 % der Energie werden durch die Fettaufnahme erreicht.
Kohlenhydrate stehen im Sport als einzige Energiequelle bei intensiver Belastung zur Verfügung. Durch spezielles Training und Ernährung mit Vollkornprodukten, wie Hafer, werden in der Regenerationsphase die Glykogenspeicher in Leber und Muskeln durch die Glykogensynthese aufgebaut.
Im Hochleistungsausdauer-Sport werden eine Woche vor dem Wettkampf die Ernährung und das Training noch stärker in Verbindung gebracht. Das Training nimmt von der Intensität täglich ab. Im Gegenzug wird der Kohlenhydratanteil (bevorzugt Vollkornprodukte wie Hafer) täglich erhöht. Hierdurch kann mehr Glykogen eingelagert werden. Es kommt zur sogenannten Superkompensation.
Eiweiß wird im Sport erst sehr spät zur Energiegewinnung herangezogen. Das Hauptaugenmerk liegt in der regenerativen Wirkung von Eiweiß für die Muskulatur, die Enzym- sowie Hormonstrukturen. Während der Belastung können die muskeleigenen Aminosäuren zur Gluconeogenese genutzt werden. Gegen Ende der Belastung und nach der Belastung sollte der Körper ausreichend mit Eiweiß versorgt werden. Hafer eignet sich hier optimal in der regenerativen Mahlzeit. Als Müsli (pflanzlich) kombiniert mit Joghurt (tierisch) oder Milch wird so ebenfalls eine erhöhte biologische Wertigkeit erreicht.
Neben der schnell verfügbaren Energie der Kohlenhydrate ist für einen Ausdauersportler eine moderate, qualitativ hochwertige Fettversorgung entscheidend. Ziel ist es, den Stoffwechsel im Grundlagenausdauertraining (GA) so zu trainieren, dass der Körper trotz Belastung zeitnah die Energiegewinnung effektiv auf den Fettstoffwechsel umstellen kann. Die Energiegewinnung durch die b - Oxidation kann jedoch primär im aeroben Bereich genutzt werden. Hafer überzeugt hier durch sein qualitativ hochwertiges Fettsäurespektrum an ungesättigten Fettsäuren, wie z. B. der Linolsäure.

Die Sporternährung wird in der Praxis in drei Phasen eingeteilt: vor, während und nach der Belastung. 2-3 h vor dem Training / Wettkampf sollte die letzte große Mahlzeit aufgenommen werden. Diese sollte reich an Kohlenhydraten (60 %) und moderat an Fett (20 %) und Eiweiß (20%) gestaltet sein.
Während längerer Ausdauerbelastungen ist eine Kohlenhydratzufuhr von 65 g / h empfehlenswert. Die Eiweiß- und Fettzufuhr sind deutlich heruntergesetzt.
Direkt im Anschluss an die Belastung sind kurzkettige Kohlenhydrate zu empfehlen, um die Blutzuckerschwankungen auszugleichen. Innerhalb der ersten Stunde nach der Belastung sind dann komplexe Kohlenhydrate und eine erhöhte Eiweißzufuhr einzusetzen.
Aufgrund der oben genannten Anforderungen an die Sporternährung in den drei Phasen eignet sich Hafer in der letzten großen Mahlzeit vor der Belastung sowie in der regenerativ wirkenden Mahlzeit nach der Belastung als sehr guter leistungsunterstützender Begleiter im Spitzensport.