Forum Haferanbau


Um ihren wachsenden Bedarf an Hafer für die Lebensmittelproduktion verstärkt über deutschen Hafer decken zu können und den Know-how-Transfer zum Haferanbau wieder zu sichern, haben die deutschen Hafermühlen im Jahr 2019 die Initiative Haferanbau gestartet.

Lebensmittel aus Hafer haben dank des hochwertigen Nährwertprofils in der Ernährung einen hohen Stellenwert. Die Ernährung selbst wird im Gesundheitssystem bzw. in der medizinischen Prävention eine immer bedeutendere Rolle spielen. Eine „gesunde Ernährung“ mit nährstoffreichen pflanzlichen Lebensmitteln, mit Vollkornprodukten und mit Produkten mit geringem Verarbeitungsgrad und ohne weite Transportwege wird von allen Akteuren in den Fokus gerückt.

Diese neue Haferanbau-Initiative soll dem Hafer in der Agrarbranche mehr Aufmerksamkeit und einen höheren Stellenwert in der Fruchtfolge geben. Denn Hafer gilt als „Gesundungsfrucht“ für den Boden: Er zeigt eine hohe Unkraut- und Krankheitsunterdrückung sowie eine gute Nährstoffaneignung, Dünge- und Pflanzenschutzmittel müssen nur moderat bis sehr gering eingesetzt werden. Vor allem der hohe Fruchtfolgewert macht Hafer zu einer auch wirtschaftlich interessanten Feldfrucht. Gerade enge Wintergetreide- und Rapsfruchtfolgen lockert er auf und kann nach Getreide die Stellung einer abtragenden Blattfrucht einnehmen.

Im September 2019 fiel der Startschuss mit dem Forum Haferanbau in Berlin. Die Teilnehmer kamen aus allen Branchen entlang der Wertschöpfungskette: von der Pflanzenzüchtung über die Landwirtschaft und den Erfassungshandel bis hin zur Verarbeitung. Auch Behörden und Kammern einiger Bundesländer sowie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und das Julius-Kühn-Institut waren vertreten.

Im Jahr 2020 stehen vor allem die Netzwerkarbeit und Gespräche mit den Akteuren aus Landwirtschaft, Beratung und Handel im Fokus. Regionale Haferanbau-Foren oder ähnliche Veranstaltungen in den Bundesländern fördern den direkten Austausch und garantieren einen unmittelbaren Know-how-Transfer.